Fischpräparation von
Anja Kempf
Rekordfische
Heilbutt Zander Regenbogen Meerforelle Zander CH Rotbarsch

 



Fischpräparation
von Anja Kempf
,

Präparationstechnik

Präparatorin
mit
staatlich Prüfung,
Bremerhaven

Heilbutt-
Kap der
Kapitalen

 

 



ein
Bericht von
Sven Klöer

 
  Tausende Touristen pilgern jedes Jahr an den nördlichsten Punkt des europäischen Festlandes:
zum Nordkap.
Drei Gründe sorgen dafür, dass es auch für Angler im Eis heiß hergeht: Dorsch, Steinbeißer und Heilbutt in kapitalen Größen
Schon der Flug erfordert etwas Mut ­
bei Schneetreiben und schlechter Sicht landet die Turbopropmaschine auf eisbedeckter Piste. Willkommen in Lakselv, dem Flughafen für alle, die noch weiter nach Norden wollen! Die anschließende Busfahrt im Schneesturm lässt dann endgültig den meisten Passagieren das Blut in den Adern gefrieren ­ erst als wir vom Fahrer hören, dass Spikes in den Reifen in dieser Region zum Standard gehören und er etwas vom Gas geht, pocht der Puls nicht mehr ganz so heftig. Weit oberhalb des Polarkreises ist eben alles ein bisschen kerniger.

 

71 Grad, 10 Minuten Nord
und
25 Grad, 47 Minuten Ost,
die exakte Lage
des nördlichsten Fleckens Festlandeuropas.
Unser Ziel liegt nur knapp 60 Kilometer tiefer ­ Repvåg am riesigen Porsangerfjord:
Heim für gewaltige Dorsche aus der Barentsee, Steinbeißer und große Heilbutts.

 
Wer sucht, der findet

Der Schneesturm vom Abend ist am nächsten Tag wie vom Erdboden verschwunden: Die Sonne lacht uns mitten ins Gesicht ­ unglaublich. Die T-Shirts verbergen sich bei minus acht Grad aber noch unter der doppelten Thermounterwäsche, den Überlebensanzügen, den Mützen, Thermostiefeln und Handschuhen.Der Wind bläst mit eisiger Kälte ­ trotzdem ist das Licht, der Schnee und

das Meer im März und April in dieser Region eine Augenweide, ein echtes Erlebnis. Drei hervorragende Kutter bringen die Gruppe auf den Fjord hinaus. Ole Nilsen, unser Guide, kennt die Gegend wie seine Westentasche. Trotzdem dauert es fast zwei Tage bis wir den Fisch gefunden haben, aber dann geht die Post so richtig ab ­ ein riesiger Heringsschwarm kündigt den Fischsegen an. Innerhalb weniger Minuten landen sechs Steinbeißer bis vier Kilo, jede Menge Dorsche bis 20 Pfund und Schellfische aller Größen auf den Planken. Wir fischen in allen Tiefen. Ein großer Dorsch nimmt den Pilker in nur 15 Meter Wassertiefe, direkt unter den Heringen. Die anderen erhalten ihre Bisse in Grundnähe ­ hier scheinen die Fische wirklich gestapelt zu stehen. Zwischen März und April drücken die Fische langsam in den Fjord hinein. Riesige Dorsche über 30 Pfund aus der Barentsee, Schellfische und Heringsschwärme. Und immer im Schlepp: Lumb, Steinbeißer und Heilbutt.

Butt-Alarm Dass der Heilbutt in den Gewässern vor Repvåg lauert, davon können wir uns am nächsten Tag ein Bild machen. Die dreiköpfige Crew der MS Monica fährt früh am Morgen vor allen anderen heraus. Ziel der Nacht- und Nebelaktion: Einmal einen wirklich großen Heilbutt fangen. Am Abend im Fjord Hotel hatten wir noch darüber gelacht und Witze gemacht ­ am nächsten Tag winken uns die drei zu und kurz darauf gefriert unser Lachen und verändert sich zu ehrfürchtigem Staunen: Olaf, Kai und Martin hieven gemeinsam einen 86 Pfund schweren Butt über die Bordwand ­ Schwerstarbeit. Köder: ein gelb, roter Gummimak. Apropos Köder: Nehmen Sie höchstens fünf bis zehn Pilker mit, die Abrissquote auf dem sandigen Untergrund ist minimal. Nur zwei Tage später tauchten dann die ersten Vorboten der Barentseedorsche im Porsangerfjord auf. Ralph und André aus Berlin waren die glücklichen Fänger: 29 und 22 Pfund. Leider verpassten wir den Dorschzug um wenige Tage, aber was nicht ist, kann ja noch kommen. Übrigens: Wer auf Nummer sicher gehen will, reist erst im Sommer zwischen Juni und August zum Kap der großen Fische ­ dann befinden sich alle Fischarten im Fjord, auch die seltenen gefleckten Steinbeißer ­ nur die Dorsche sind etwas kleiner.

Sven Klöer

Was muss mit zu den Riesen?
Wer mit dem Flugzeug reist, kann nur eine kleine Menge Gerät und Ausrüstung mitnehmen. Hier eine kleine Liste mit Dingen, die Sie unbedingt benötigen: 30 lbs Bootsrute etwa 2,30 lang, 25 lb. Multirolle mit mindestens 300 Meter Geflochtener (bis 30 Kilo Tragkraft). Fünf bis zehn schwere, gebogene Pilker zwischen 300 und 700 Gramm, starke Meeresvorfächer mit Seitenarmen, Gummimaks oder Gummioktopussen, große Søvik-Wirbel und ein Gimbal. Kleidung: warme Thermounterwäsche, Fleecebekleidung, Überlebensanzug, Handschuhe, Mütze und Thermostiefel.


mit freundlicher Genehmigung

Rute und Rolle
Redaktion
Sven Klöer
D- Hamburg


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KEMPF Präparationstechnik Int.
Anja Kempf, Fischpräparation
27572 Bremerhaven
0471 - 77382